Die Menschheit hat aufgegeben. Die Tiere haben das Kommando übernommen und pflegen ein zivilisiertes Dasein. Dazu gehört eine gepflegte Unterhaltung. So lassen sie sich »Menschen-Shows« vorführen, um zu erfahren wie einst die Menschen sich verliebt, sich geliebt, sich fortgepflanzt und gelebt haben, um dann freudig dem Exitus entgegen zu sehen - eine Art posthumane ABM, die Frau Gott und Frau Tod vor der Arbeitslosigkeit bewahrt, denn sie sind die Macher dieser Shows. Ein Abend mit Musik und Entertainment wird verkauft und so bestellen sich Herr Tapir und Gattin Reh »Helges Leben« - von der Wiege bis zur Bahre. Bei Langeweile wird vorgespult und die Werbepausen für Showeinlagen genutzt. Das Stück von Sibylle Berg ist eine skurrile Fabel für Erwachsene mit einem hohen Unterhaltungswert.
»Schließlich sollen die Zuschauer sich nicht langweilen, denn sie zahlen relativ viel Geld für das Zeug. Und dann ist es abends, das sind oft berufstätige Menschen, und du kannst sie nicht 3 Stunden langweilen, in unbequemen Sesseln. Das ist unfreundlich«, sagt Frau Berg.