August Strindberg, der Zeitgenosse Ibsens, ist heute bestenfalls noch als ein düsterer Skandinavier bekannt, dessen Leben mindestens so abenteuerlich war wie seine Bühnenkunst. Dass der Meister des Stationendramas und Urvater des expressionistischen Theaters aber mit viel Witz und Feingefühl über den Sinn des Menschen nachgedacht hat, das wissen heute nur noch wenige: Einmal mehr ein Grund also, diesen himmelhochjauchzenden und zu Tode betrübten Exzentriker mit einer Collage wieder zu entdecken. Was hier auf die Bühne gebracht wird, ist aber weniger ein Best of Strindberg, sondern eine Verdichtung der Themen, die den 1912 Verstorbenen in seinen Dramen ein Leben lang beschäftigt und immer wieder zu literarischen Höchstleistungen angespornt haben. Ein Stück für seine Verächter, um Strindberg ganz neu zu entdecken, wie für seine Verfechter, die ihren Star wieder einmal auf der Bühne feiern wollen.