In der Familie der 100-jährigen Oma, einer italienischen Einwandererfamilie in Argentinien, geht es gewaltig bergab. Die Oma frisst! Frisst was? Hauptsächlich der eigenen Familie die Haare vom Kopf. Und was nun? Jetzt müssen alle Familienmitglieder mitanpacken um den sozialen Abstieg zu stoppen. Das versuchen auch alle – alle bis auf einen: der Enkel Chicho, ein unbeugsamer Tangokomponist, weigert sich mit Händen und Füßen eine Arbeit anzunehmen. Im Gegenteil, er handelt getreu nach dem Motto: ”Das Problem hier ist die Oma? Also muss man es mit der Oma lösen!” Und so versucht er verzweifelt die Oma auf unvorstellbar raffinierten Wegen loszuwerden. Das Stück von Roberto M. Cossa ist auf den ersten Blick sehr komisch, zeigt jedoch zugleich die brutale Realität eines sozialen Absturzes.
Roberto ("Tito") Mario Cossa (*Buenos Aires, 30.11.1934), ist argentinischer Regisseur, Schauspieler, Journalist und Drehbuchautor. Nach einem gescheiterten Versuch Medizin zu studieren und unter dem Einfluss von O`Neill und Tennessee Williams wandte Tito sich endgültig dem Theater zu. Er ist ein vielfach ausgezeichneter argentinischer Schriftsteller. Seine Arbeiten als Regisseur und Autor prägen seit Jahrzehnten das argentinische Theater und Kino."La Nona", entstanden 1976/1977 - im 1. Jahr der Militärdiktatur -ist eine mehrfach preisgekrönte Komödie des argentinischen Dramatikers. Es enthält ein wichtiges Element des Humors: die Groteske, eine verzerrte, übersteigerte Darstellung, die lächerlich, absurd oder schaurig wirkt.


Technik: Volker Hoffmann
Regie: Albrecht Pockrandt
Premiere: 25. November 1994