Francoise Sagan

Bonjour Tristesse

für die Bühne bearbeitet von Ulrich Waller

Plakat
„Ich zögere, diesem fremden Gefühl, dessen sanfter Schmerz mich bedrückt, seinen schönen und ernsten Namen zu geben: Traurigkeit. Es ist ein so ausschließliches, so egoistisches Gefühl, dass ich mich seiner fast schäme - und Traurigkeit erschien mir immer als ein Gefühl, das man achtet. Ich kannte es nicht; ich hatte Kummer empfunden, Bedauern und manchmal Reue. Jetzt hüllt mich etwas ein wie Seide, weich und ermattend, und trennt mich von den anderen…“

Cecile verbringt mit ihrem verwitweten Vater Raymond, einem alternden Don Juan, unbeschwerte Ferien in den mondänen Kreisen der französischen Riviera. Die beiden verbindet eine kameradschaftliche und die Freiheit des anderen tolerierende Freundschaft. Vervollständigt wird die Idylle von der jungen Freundin des Vaters, der Halbweltdame Elsa. Die Atmosphäre ist durchweg sinnlich. Der unbeschwerter Tagesablauf mit Baden im Meer, Abenden in nahen Strandcafés und dem unbekümmerten Verhältnis, das Cécile bald mit dem Jurastudenten Cyril beginnt, erfährt jedoch eine dramatische Erschütterung, als die Modedesignerin Anne Larsen, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, in dem Haus am Meer auftaucht und ihre Absicht bekundet, Raymond zu heiraten. Zwischen Bewunderung und Abscheu hin und her gerissen, fürchtet Cecile, mit dem Eindringen Annes in ihre „Familie“ den sorglosen Lebensstil, den sie und ihr Vater bislang geführt haben, aufgeben zu müssen. Als der Vater Elsa verlässt und Anne heiraten will, schmiedet Cécile einen Plan – mit tragischen Konsequenzen.

Der Roman Bonjour tristesse, von Françoise Sagan mit 18 Jahren innerhalb weniger Wochen verfasst, wurde schnell zu einem Bestseller, in dutzende Sprachen übersetzt, millionenfach verkauft, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und 1958 verfilmt. Er machte seine Autorin über Nacht berühmt, brachte ihr aber auch schärfste Kritik wegen seiner angeblichen Unmoral ein: Für ein Mädchen, das frei und zu seinem reinen Vergnügen über seinen Körper auch gegenüber dem anderen Geschlecht bestimmt und seine Sexualität ohne Sorgen oder Schuldgefühle auslebt, war die Zeit zwar langsam reif, aber die Zeitgenossen noch nicht.

Francoise Sagan variiert in ihren auflagenstarken Romanen ihre melancholischen Grundthemen Einsamkeit, Lebensüberdruss und Langeweile. Ihre Protagonisten sind zumeist materiell privilegierte Personen, die sich vorzugsweise an mondänen Orten den Annehmlichkeiten eines luxuriösen Lebens hingeben. Resigniert erleben sie die Flüchtigkeit der Liebe und die Vorläufigkeit jeglichen Glücks. Sagans nihilistischer Ansatz wurde als Ausdruck eines existenzalistischen Weltgefühls gewertet.

Für die Bühne bearbeitet von Ulrich Waller nach dem gleichnamigen Roman von Françoise Sagan
Verlag Felix Bloch Erben
UA: 23.05.2015, Ruhrfestspiele Recklinghausen in Koproduktion mit St. Pauli Theater Hamburg

Darsteller

Cecile: Vanessa Schäfer
Raymond: Sven Kube
Elsa Mackenbourg: Vera Nießner
Cyril: Christian Brost
Anne Larsen: Bettina Sachs

Regieassistenz: Ute Rasim
Lichtdesign: Alex Ortner
Technik: Pierre Siart/ Alex Ortner
Grafik: Attila Kelemen
Bühne: Seyfettin Yildiz/ Attila Kelemen/ Alex Ortner
Kostüme: Wolf Marian Gerhardt
Fotographie: Anja Kühn
Internet: Sven Eric Panitz
Musik: Ensemble

Regie: Daniela Vollhardt

Das Kellertheater wird unterstützt von der Stadt Frankfurt am Main (www.kultur-frankfurt.de)